Carrie, Samantha, Charlotte und Miranda – die vier Mädels aus Sex in the City haben mich über Jahre hinweg erheitert – und es sogar geschafft, die einem Gipsarm zu verdankende Langeweile per Sammel-DVD-Box zu versüßen. Nun also der Film, Teil 2. Wieder dabei: Popcorn, Bier und die beste Freundin.
Die vier Mädels aus New York sind im Alltag gelandet und hadern: mit Ehe-, Libido-, Kinder- und Jobfrust. Jede auf ihre eigene Art. Ein Trip nach Abu Dhabi ins 5-Sterne-Hotel in Abu Dhabi soll Abwechslung in die Niederungen des Lebens bringen.
Um eins klar zu stellen: Natürlichzeigt SitC Upperclassmädchen mit Upperclassproblemchen, hypt sündhaft teure Statussymbole und produziert klassische Rollenbilder. Trotzdem war SitC immer auch feministisch, explizit, selbstironisch, klug und unglaublich witzig. Beim neuen Film scheint den Machern der Plot ausgegangen zu sein, der weit hinter die rasanten Storys aus der Serie zurückfällt. Richtig ärgerlich ist aber die vergebene Chance, endlich einmal einen ironischen und klugen Kommentar zum angespannten Verhältnis der US-amerikanischen Kultur zu einem – wie auch immer ausgeprägten – Land mit islamischer Kultur zu geben. Die gezeigten Konflikte handeln vom unterschiedlichen Umgang mit Intimität – meist leider so plump, dass man sich in Eis am Stiel III wähnt. Samantha, die unerschrockene Nymphomanin und Kämpferin für eine freie Sexualität verhält sich wie ein wütender Teenager, als ihr auf dem Markt Kondome aus der Gucci-Tasche plumpsen und sie von männlichen Ordnungshütern gestellt wird. Von der selbstbewußten Frau der Serie
ist nicht viel übrig geblieben als ein respektloses Hormonmonster. Für ein paar Lacher und gute Momente ist der Film aber trotzdem gut. Der schwule Butler Abdul – wie Paula Abdul – der bald nur als Paula kursiert, die kitschige Hochzeit von Stanford und seinem Freund und die absurden Kostümwechsel halten die Versprechen der Serie. Ach, Mädels, es hätte eine kluge Komödie nach all dem islamophobischen Aktionismus seit 9/11 werden können. Rausgekommen ist ein Kostümfilm auf Pennälerniveau. Too bad!




