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Archive for März, 2010
Category Queere Momente
Alors on dance!
Stromae werden zwar nicht beim zweiten QueerBeats Festival in der Muffathalle aufspielen, dafür läuft der Song aber regelmäßig bei der queeren Undergroundpartyschwester, dem Candy Club. Thomas Lechner, der beide Veranstaltungen ins Leben gerufen hat, erfreut die queeren Undergroundfans schon seit zehn Jahren mit sagenhaft fröhlichen Partys.

Für das Festival am 4. April 2010 hat Thomas schon zum zweiten Mal eine Reihe beachtlicher MusikerInnen und KünstlerInnen verpflichten können. Von Anat Ben David über die Faggot Fairys bis zu den Slagsmalsklubben wird es wild & zart, laut & leise, aber vor allem: spaßig und spannend! Hunter Valentine gibt ihr Europa Deput und wird uns mit ihrem schmucken Indie- Rock zum zucken bringen, hmmmm. Wir verlosen eine Freikarte. Frage: Welche Band aus PRAG ist beim QueerBeats Festival 2010 zu hören? Schreibt uns und unsere redaktionseigene bezaubernde Jeannie wird eine Gewinnerin für die Gästeliste erküren.
Hingehn! Tanzen! Amüsiern!
Ladyfest München
Category Feiern, Musik, Queere Momente
Laut Wiki ist ein Ladyfest “eine Bezeichnung für Kunst-Veranstaltungen, die meist von Frauen und Transgendern organisiert werden. Sie teilen die gemeinsame Zielsetzung, einer Unterrepräsentation von Frauen und Mädchen innerhalb der Musik- und Kunstszene entgegenzutreten. Das erste Ladyfest fand im August 2000 in Olympia (Washington) statt. …Die Ladyfest-Idee greift subkulturelle Elemente aus der Riot-Grrrl-Bewegung und von DIY-Ansätzen auf und entwickelt sie weiter; üblicherweise gibt es bei der mehrtägigen Veranstaltung ein breites Angebot an Workshops, Konzerten, Partys, Lesungen, Filmen, Diskussionsveranstaltungen und Ausstellungen mit queer/feministischer Thematik.”
Das alles vom 23.-25. April in Münchens alternativen Veranstaltungsorten
Eine Ladyfest Soliparty gibts am 27.03. im Queercafe im Tröpferlbad
The G-Chart
Category Politik
Bundesaußenminister Guido Westerwelle steht seit Wochen hart in der Kritik – politische Gegner und Journalisten werfen ihm Vetternwirtschaft und Verknüpfung von privaten und beruflichen Interessen vor. Die Süddeutsche Zeitung hat bei Alice abgeguckt und im Stil des L-Charts
die geschäftlichen, amourösen und familiären Verbindungen von Westerwelle dargestellt. Das ist aufschlussreich, schockiert aber nicht. Schließlich ist das Triumvirat aus Macht, Geld und Sex schon seit der griechischen Antike in der Politik zu Hause. Und auch der Korruptionsverdacht gehört zum Ritual der Medienberichterstattung. Wohl kaum ein Politiker hat nicht von seinem politischen Netzwerk profitiert und strebt brav nach dem Allgemeinwohl.

Neu an der Debatte ist lediglich, dass es sich bei der Begleitung nach Südamerika um Herrn Mronz und nicht um Frau Westerwelle handelt. Der Minister vermutet daher Schwulenfeindlichkeit: “Ich frage mich gelegentlich, ob das in anderen Konstellationen wirklich so kommentiert worden wäre von der Opposition”. Vermutlich ist die simple Wahrheit: Homosexuelle sind keine besseren Menschen und jede Opposition arbeitet mit derselben Phrasendreschmachine.
Busenfreundinnen
Category Queere Momente
A propos Busen. Neulich bei Konen gab´s an der Hauptkasse ganz unerwartet einen queeren Moment: Eine Armada mittelalterlicher Kassiererinnen mit weißen Blusen, Einstecktuch und adretten Fönfrisuren hinter dem Tresen. Ich bemerkte den mittleren offenen Knopf bei “Ihrer freundlichen A. Mitterhuber” und grinse. Sie guckt nach unten und fängt an zu kichern. “Hui, do spingt mir doch glatt die Blusn auf!” Ihre Kollegin greift ebenfalls kichernd an den den Nachbarbusen und nestelt am Knopf herum. “Jo, obacht, glei’ kimmt´s aussi!”
Me and my Doppelbusen
Category Popkultur
Was ein Doppelbusen ist, lernte ich neulich bei der beeindruckenden BBC-Doumentation “Me and my big breasts”: Nämlich, das, was entsteht, wenn man einen zu kleinen BH trägt. Überhaupt ist das Leben mit großen Brüsten verdammt schwer. Rückenprobleme und spezialangefertigte Büstenhalter in Größe Doppel F oder G für teures Geld sind noch die kleinsten Übel. Drei junge Frauen zeigen in der Doku ihren Umgang mit ihrem XXXL-Busen.
In Bayern gibt es für den Doppelbusen eigens einen extra Dirndl-BH. Der presst alles ordentlich zusammen und in die Höhe – das treibt jeder Damenoberbekleidungsfachverkäuferin die Tränen in die Augen. Erfreut aber so manches Damen- und Herrenauge.
schon gegleekt?
Category Popkultur, Queere Momente
Kommt es zu TV- Serien, zeige ich meist geringen Sachverstand. Bei dem kürzlich entdeckten Glee, dem neuen High School Musical, könnte das anders werden. Als bisher nicht geouteter Musical Fan schmachtete ich schon bei West Side Story, A Chorus Line und schließlich bei Moulin Rouge. Doch nun, alt, out und proud bekenne ich mich: ich sitze bei dramatischen Szenen wahlweise nägelkauend, heulend oder mitsummend mit Taschentuch auf der Couch und hoffe das beste für die Helden, übe hier und da ein paar Tanzschritte ein und belästige meine Freundin mit Wiederholungsschleifen- Geträller.
Ob Glee mich dazu bringen kann, muss sich herausstellen, auf jeden Fall stimmt der Unterhaltungswert dank Nerdlets, Dancenmoves und vor allem der großartigen Jane Lynch. Diese spielt Sue Sylvester dermaßen überzeugend, dass ich ihr sofort einen Cafe bringen möchte um mich dann anstänkern zu lassen. Doch seht selbst:
Die Shows sind online auf http://www.casttv.com/shows/glee/showmance/czlmoi#episodes zu sehen
Grimme-Preis für die Suche nach Schwulen und Lesben im Fußball
Category Sportlich
gestern wurde die DSF Dokumentation “Tabubruch – Der neue Weg von Homosexualität im Fußball” von Aljoscha Pause mit dem Fernseh-Grimme- Preis ausgezeichnet. In der Begründung schreibt die Jury:
“Das ist ein Thema, das weder gute Einschaltquoten verspricht, noch aufregende Schlagzeilen – zumindest, solange sich nicht der erste Bundesliga-Spieler outet. Der DSF-Autor Aljoscha Pause hat dieses weitgehend verborgene Thema dennoch über zwei Jahre intensiv und nachdrücklich verfolgt, hat darüber zwei Filme gedreht, die nicht sensationssüchtig, sondern eher das Gegenteil sind – manchmal sogar sehr leise und in vielerlei Hinsicht traurig. Seine beiden Filme sind im besten Sinne aufklärerisch. Im ersten Film, “Das große Tabu”, zeigt Pause einen Missstand; im zweiten – “Tabubruch” – beschreibt er, wie versucht wird, diesen Misstand zu beheben. Das ist von einer Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit, die vorbildlich ist für den gesamten Sportjournalismus im Fernsehen.”
Der Film ist bei Youtube zu sehen und auch dort herunterzuladen.
Während die Zeit am Beispiel vom Outing Gareth Thomas, dem walisischen Rugbytier und Weltgröße in seiner Sportart, belegen will, dass sich homosexuelle Männer auch im deutschen Nationalsport nicht mehr vor einem Outing fürchten müssen, zeigt die Doku wertungsfrei den momentanen Stand bei Fans, Coaches und Dr. Theo Zwanziger, der ein Outing untertützen würde. In der ersten Doku des DSF bringt Christoph Daum Homosexualität in Zusammenhang mit pädophilen Übergriffen. Das macht dann wieder sprachlos.
Und wie steht’s mit den Frauen?
Tanja Stelzer resümiert im Tagesspiegel: “Frauenfußball gilt als Lesbensport, vielleicht auch das ein Grund, warum er so wenig Anerkennung findet und sich so schlecht vermarkten lässt. In der Welt der Werbung kommen lesbische Frauen nicht vor. Tina Theune-Meyer schätzt in ihrer Diplom-Arbeit, dass 20 bis 40 Prozent der Fußballerinnen lesbisch sind.”
Lezmag zitiert den Wiener Sportsoziologen Otmar Weiß : „Der hohe Anteil an Homosexuellen im Frauensport stellt ein „Riesenproblem“ dar. „Viele junge Mädchen können mit diesen Erfahrungen nicht umgehen, sind überfordert und werden häufig im Stich gelassen” . Und fügt eine Aussage von Ingrid Kornberger, Trainerin im österreichischem Feldkirchen hinzu: “Es gibt auch Diskriminierungen gegen Heterosexuelle. Viele Mädchen müssen oft den Fußball aufgeben, weil deren Eltern Angst haben ihre eigene Tochter könnte dadurch auch lesbisch werden.” Sie geht von einer Zahl von 80 Prozent Lesben im Fussball aus.
Ergo: es gibt wohl Lesben im Fussball (ach!), die sind in einer androzentristischen Welt aber keine Bedrohung und lassen sich schlecht vermarkten. Es sei denn, sie sehen aus wie Angelina Jolie, machen Trikottausch und beflügeln die erotische Phantasie.
Die Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in NRW will lesbisch-sein im Fussball vor der WM 2011 thematisieren: Für ihre Aktion “für Offenheit und Akzeptanz von Homosexualität im Fussball” hat die Fotografin Monica Brauer vier Plakatmotive gestaltet um auf die nach wie vor existierende Diskriminierung und Unsichtbarkeit von lesbischen Frauen in der Fußballwelt aufmerksam zu machen. Davon, dass Sportreporter nicht nur über Ehemänner und Kinderkriegen von Fussallfrauen berichten, sondern auch von Partnerinnen, sind wir wohl noch was entfernt. Und von einem Untertrikot, auf dem “schwul” steht auch.
mehr zu fussball und homosexualität auf http://www.reflect-online.org/index.php?id=209
Kein Abschlussball mit Lesben
Category Anderswo
In einer Oberschule in Mississippi ist laut SZ der Abschlussball abgesagt worden, weil eine 18 Jährige im Anzug gehen wollte und ihre Freundin mitnehmen wollte. Die Regeln des Schulbezirks sehen jedoch vor, dass nur Paare unterschiedlichen Geschlechts am Abschlussball teilnehmen dürfen. Das hält die amerikanische Bürgerrechtsunion (ACLU Artikel) für verfassungswidrig. In der US Today sagt die Schülerin, das sie “einige Schüler dafür hassen” werden. Da bleibt zu hoffen,dass sie privat eine Party organisieren (was natürlich nicht wirklich ein Ersatz ist) und der Schulbezirk zurecht gewiesen wird.
Mehr Infos mit Beschwerdebrief der ACLU unter http://www.aclu.org/lgbt-rights/fulton-ms-prom-discrimination.
Kathryn Bigelow macht Geschichte!
Category Anderswo, Heldinnen, Popkultur, To Good to be True
Kathryn Bigelow macht nicht viele Filme (weil sie in ihrem 2. Leben als Malerin auch sehr beschäftigt, erfolgreich und glücklich ist), aber dafür ausschließlich herausragende! U.a. Near Dark, Blue Steel, Point Break, Strange Days… und nun The Hurt Locker. Heute Nacht hat Kathryn es in jedem Fall der Welt und Ihrem Ex – dem Avatar-Titan James Cameron – mal so richtig gezeigt: 5 Oskars für “The Hurt Locker” – Bester Film, Bestes Buch, Bester Regisseur, Bester Ton-Schnitt, Bester Ton, Bester Schnitt. Ha! Mädels, zugeschaut: So geht Feminismus.
Trotzdem sehen wir uns verträumt nach dem ersten wirklich cool Teenie-Vampierfilm ever!… nach der ersten sau-coolen Filmpolizistin die härter als Clint Eastwood mit ner genauso großen Knarre aufräumt… oder nach dem ultimativen ALLER Surfer-Film!
Kathryn: Danke für die kleinen Geschichten und die großen Gefühle, für die überwältigenden Momente, für das Monumentalwerk Film. Danke für den Triumph über Plastik (Avatar/Camron)… und danke fürs Durchhalten und letztendliche Durchsetzen als erste Frau gegen die “großen Jungs”!
Ach Kathryn, können wir dich clonen? Oder wäre schon das nächste Filmthema.




























