Brigitte macht Ernst: Im neuen Heft fliegen Naomi, Claudia und Linda raus. Stattdessen führen Ina, Sarah und – äh – Brigitte die neuesten Modetrends vor. Mit der Aktion “Brigitte ohne Models” gelingt der alten Dame der deutschen Frauenzeitschriften hoffentlich mehr als ein PR-Gag.
“Weil Kleidung heute keine Frage von Trends, sondern von Persönlichkeit ist. Weil neue Looks nicht nur auf dem Laufsteg entstehen, sondern auf den Straßen, in der Schule, auf Konzertbühnen, im Kino, im Café um die Ecke. Weil wir Mode und Beauty in Zukunft an Frauen zeigen wollen, die nicht den oft perversen Gesetzen des Modelgeschäfts unterworfen sind, sondern mitten im Leben stehen.” Die Macherinnen machen nicht mehr mit bei Magermode an genormten Models. Klingt erst mal gut.
Modemacher gaben der neuen Linie keine Chance: Zu wenig Haute Couture, die überhaupt in Normalgröße existiert, Bewegungen und Ausdruck seien Resultate von Profimodel-Jobs und nicht von guter Laune am Set. So weit, so vorhersehbar. Aber auch die Leserinnen diskutierten kontrovers: Viele begrüßen den Schritt als mutig und wegweisend für den Abriß klassischer Schönheitsideale. Andere Frauen kritisieren, dass durch Diättipps und Strickmuster dennoch ein konventionelles Frauenbild zementiert würde – nur eben in Größe 38/40 statt in 32/34. Ob das dann unbedingt neue Perspektiven für/auf/von Frauen sind, scheint eher unwahrscheinlich. Ich persönlich hätte nichts gegen das ein oder andere moderne Mädchen von nebenan einzuwenden, wenn es denn so schmuck ist, wie dieses – übrigens Model der Londonder Agentur ugly models.
Auch wenn die Kombi aus saisonal wiederkehrenden Einrichtungstipps, Modestrecken und Betroffenheitsreportagen wenig innovativ ist, setzt “Mode ohne Models” doch immerhin ein Signal im Einheitsbrei der Frauenzeitschriften. Und dass Brigitte plötzlich feministisch und revolutionär wird – nur weil sie nette Damen von nebenan zeigen – war vermutlich nie geplant.
Insofern: gespannt sein, Heft kaufen und selbst gucken! Für alle anderen gibt´s ja zum Glück Missy Mag, Bitch und viele spannende Blogs.
Aylsuchende Flüchtlinge brauchen Rechtsberatung. Genau das leisten die Mitarbeiterinnen von amnesty international München mit dem Infobus. Nun steht er kurz vor dem Aus. Dem ambitionierten Gemeinschaftsprojekt von Münchner Flüchtlingsrat und ai brechen wichtige Fördermittel weg. Nach acht Jahren erfolgreicher Arbeit fehlen nun 10.000 Euro, die über die Fortsetzung des Projekts entscheiden. Seit 2001 stellt der Infobus sicher, dass Flüchtlinge dann Beratung zu ihrem Asylverfahren bekommen, wenn sie am Nötigsten ist: ganz am Anfang des Verfahrens.
Der ai-Infobus braucht Spenden!
Um das Projekt Infobus fortsetzen zu können, braucht das Projekt bis 31. Januar 2010 mindestens 10.000 Euro. 500 Spender a EUR 20,00 müssten doch zu schaffen sein!!
Spendet bitte an:
Verein zur Förderung der Flüchtlingsarbeit in München e.V.
Konto: 314 344
Stadtsparkasse München
BLZ: 701 50 000 Stichwort: Rettet den Infobus
Ist alles serös und euer Geld kommt ECHT an. Bin ai-Aktivistin und kenne die Kontonummer. Statt Socken für Vati also lieber ein Stück Hilfe inklusive Karmapunkte verschenken!
Viele Flüchtlinge kennen ihre Rechte im Aufnahmeland nicht.
Das Grauen hat einen Namen: Weihnachtszeit. Und die kleine Schwester des Grauens heißt Home Shopping. Der Vorteil ist, man kann entfliehen. Eine Zeit lang haben sie uns belustigt, die unprofessionellen Moderatorinnen, die geschmacksverirrte Produkte zu astronomischen Preisen und mit Drücker-Marketingmethoden unters (überwiegend weibliche) Volk bringen. Doch eigentlich sind die Geschäftsmodelle, die gezielt auf ältere Frauen mit niedrigem Einkommen zielen, alles andere als lustig.
In Westeuropa gibt es inzwischen mehr als 65 Shoppingkanäle bei 40 Sendern – die shoppingwütigsten sind die EngländerInnen, dicht gefolgt von Deutschen: Die Sender machen in beiden Ländern jeweils um die 1,5 Milliarden Euro Umsatz – Tendenz steigend. Stiftung Warentest warnt, dass die Produkte nicht nur schlechte Qualität haben, sondern in der Regel im regulären Handel billiger zu haben sind. Das Erfolgsgeheimnis liegt – wie bei jeder Werbung – im Versprechen, emotionale Bedürfnisse schnell zu befriedigen.
HSE 24 zählt nach eigenen Angaben 70 % Frauen zu Ihren zuschauenden Kundinnen, davon sind fast die Hälfte über 50. Unter 18 greift der Jugendschutz. Vielleicht sollte man hier ein Altersschutzgesetz geltend machen? Und lassen sich Frauen schneller mit Uschi-Glas-Cremetiegeln ködern, weil sie weniger berufstätig sind und daher tagsüber fernsehen, als Männer? Liegt es an realen oder empfundenen mangelnden Möglichkeiten einer kreativen Lebensgestaltung? Sind Frauen zu wenig mutig für ein Leben draußen? Fehlen Ihnen Aufgaben, sobald die Kinder aus dem Haus sind? Oder ist Olli Kalkofe einfach unwiederstehlich?
Vor ein paar Jahren war ich hin- und weg. In der heimlichen Trendzentrale Hamburg durfte ich an einem Dezemberwochenende dem Holy- Shit- Shopping beiwohnen, einem Weihnachtsbasar für Fortgeschrittene. Die VeranstalterInnen versprachen der Besucherin, Kunst und Design in Club-Atmosphäre einkaufen zu können. Das war alles sehr stylisch und trendig, ich kaufte nichts wegen Überforderung und fühlte mich dennoch erstaunlich entspannt.
Dieses Jahr wird um sich gegriffen: Holy Shit tourt weiter nach Berlin und Stuttgart, die Berliner Trendmafia wirbt mit “Shoppen – Staunen – Chillen – Genießen” und stopft Berlinalike alle Wochenenden voll. Selbst im Postkartenmotiv- München finden dieses Wochenende gleich DREI alternative Weihnachtsmärkte statt. In der Muffathalle zeigen beim Glockenbachweihnachtsmarkt Condo und Freunde fairtrade und selfmade Köstlichkeiten aller Art, beim Kafe Kunst Fest im Kult versammeln sich Künstler von München bis New York zu Livemusik, Performances und Mixtape- Tauschbörse und bei Add to Basekt gibt’s den Jung- Designer- Bazar natürlich mit DJing und bestimmt mit chillen.
So sehr wie ich Fan von kleinen QueerArt- DoItYourself- Aktionen bin, ist mir hier ein bisschen zuviel Alternativkonsum zum Christen- Fest im Spiel. Mann, mir kann man’s ja auch nicht recht machen! Ich geh jetzt zu Norma und kauf mir einen Plastikbaum.
Und Ihr tauscht Euch bitte aus, wo man noch alles kreative, regional produzierte Einzelstücke von sympatischen Innovatisten kaufen kann.
Elisabeth Cook glänzt mit ihrem neuen Song in der amerikanischen Countryszene. Soweit, so egal. Doch das Video ist einfach ganz bezaubernd und bestätigt mich in dem Vorurteil, dass Countrysänger nicht zwangsweise schlimm sind. Allerdings bleibt es der Hörerin überlassen, wann sie den Ton ausschaltet.
Bei Ferron (im Video mit Bitch) kann man dann getrost den Ton wieder anschalten, auch wenn das Video nicht spektakulär ist .
Ein wunderbarer Taschenkalender der Dir und Deinen Lieben die Todestage Deiner Musik-Helden in Errinnerung ruft! Ein Produkt des wunderschönen Berliner Verlagers Onkel & Onkel. Kauft alles auf! Solche Menschen muss man nicht nur lieb haben, sondern auch unbedingt unterstützen :-) Guckst du da: Eine Angie-Anziehpuppe! FREU
Obwohl 50% aller weltweit Infizierter Frauen sind, sind HIV-positive Frauen in Studien häufig unterrepräsentiert, schreibt die Deutsche Aids Gesellschaft. So werden die Nebenwirkungen von Medikamenten hinsichtlich Stoffwechsel, etc. nur unzureichend erforscht. Desweiteren wird zwar in deutschen Studien auf deutliche Defizite in der sozio-ökonomischen Situation von Frauen mit HIV hingewiesen, konkrete Strategien und Ansätze fehlen jedoch.
Was hat das mit uns Lesben zu tun? Nüscht, denn wir stecken uns ja nicht an, weil wir ja gar kein MSM haben (häuftigster Übertragungsart, Sex von Mann zu Mann). Soweit die Verdrängungstheorie.
Herr Prof. Jürgen Rockstroh geht davon aus, dass rund 30 Prozent der Infizierten in Deutschland nichts von ihrer Immunschwäche wissen. Die Studien von HIV und Lesben sind dürftig, klar ist jedoch, dass bei Verletzungen an Händen, in der Mundschleimhaut und beim Durchtauschen von Sextoys Ansteckungen möglich sind. Durch Menstruationsblut wird die Gefahr erhöht.
Was tun? Dental Dams (“Lecktücher”), Präservative, Femidoms und Frischhaltefolien muss Frau mögen. Allerdings kann das bei häufigem PartnerInnenwechsel Sinn machen. Grundsätzlich geht es aber wohl draum, dass Thema nicht vom Tisch fallen zu lassen, sich mit den Partnerinnnen auszutauschen, HIV Tests zu machen, mit Spielzeugen und Sexualpraktiken bewusst umzugehen, oder?