Nach Zürich, Paris, Hamburg und Berlin ist Köln vielleicht bald die fünfte europäische Metropole mit einer/m offen homosexuellen Bürgermeister/in. Dass die sexuelle Orientierung beileibe nichts über die politische aussagen muss, zeigt nach Ole von Beust nun auch der Kölner Wahlkampf. Die CDU schickt Peter Kurth ins Rennen, die Liberalen wollen mit Ralph Sterck an der Spitze ins Rathaus. Und obwohl die beiden natürlich für die Inhalte ihrer Partei werben, finden sich doch bemerkenswert offene Worte und Termine. CSD-Geschunkel ist Pflicht, Diskussionen mit der gay community in Szenebars jedoch Kür.
Der kleine Unterschied
Dass Schwulsein nun offenbar zum taktischen Vorteil im politischen Ränkespiel avanciert – auch das ist eine Art von Integration. Auch wenn man kein Parteifreund von CDU oder FDP sein muss – allein dass konservative Parteien die sexuelle Orientierung ihrer Kandidaten nicht verleugnen, macht einen Unterschied. Und dass man damit Rechte ärgert, wird Arielle zur Genugtuung. So fragt der nationalistische Blog Deutschlandpolitik : “Gibt es in den oberen Ebenen der Politik noch normale, heterosexuelle Männer?”. und “Leon” antwortet: “Hilfe, wir werden von Schwulen und Lesben regiert. Wehrt Euch – wählt wieder Politiker, welche deutsche Tugenden vetreten und nicht diesen Abschaum.”
Die modernen Mädchen meinen: Egal, was ihr wählt – gebt eure Stimme nicht den Nazis.
Darf ich Euch meine recht einfallsreiche aber auch sehr offene und peinliche Freundin aus Israel vorstellen? Lizzy The Lezzy “The Muff Muncher” (Übersetzte ich besser nicht. Sonst ist noch jemand angefasst). Wie Lizzy zurecht schonmal festgestellt hat, ist es ja heute schick homo zu sein – und zumindestens in Israel bekommt man gerne den Eindruck das das auch wirklich fast jeder ist (also ausser den Damen und Herren in Röcken und Hüten). Ruth Selwyn scheint mit ihrer witzigen kleinen Comicfigur die einfach ALLES sagen darf (inkl. ihrem kleinen schwulen Freund Gary) ein Imperium gegründt zu haben – in jedem Fall hat sie eine große und treue globale Fangemeinde. Good Luck Ruth & Lizzy! Out & Proud! Muff Muncher!
Posted 30 Jul 2009 — by Matze Category Feiern, Musik
Anfang September gibts wieder das “We B*Girlz” Festival in Berlin. Unbedingt schonmal vormerken und entsprechende Reiseplanung einleiten! Wir erhoffen uns Eure FETTE unterstützung GALs!
Die Kollegin “Susius” von Deutschlandradio Kultur hat ein geheimes Lotterleben und rappt seid mehr als 10 Jahren mal hier mal dort durch die Landen! Endlich hat sie mal ihren Act zusammen gekriegt und die Machenschaften der letzten Jahre auf ihr “Debüt”-Album zusammengestellt:
Ganze 2.000 Menschen sind in der Politparade mitgegangen. Dafür standen immerhin 30.000 an den Hängen und Pisten. Damit sind wir vermutlich der kleinste CSD Deutschlands. Schön war´s trotzdem beim Mini-CSD. Vielleicht wird der noch was, wenn er groß ist.
Heute Abend ab 19:00 spielen Rosalie & Jakob on the beach auf der Corneliusbrücke.
“Sie schreiben Lieder, die man sich an die Wand hängen könnte, um sie anzuschauen, wenn man deprimiert ist, oder um fröhlich zu sein oder einfach auch nur, wenn man keine Lust hat, die Katze zu füttern.”
Apropos keine Lust: Sogar die Wolken scheinen heute keine Lust zu haben abzuregnen, von daher:
Lust haben! Hingehen! einen schönen Abend verbringen!
Am nächsten Wochenende ist München an der CSD-Reihe. Trotz des vorraussichtlich schlechten Wetters kommen sicher wieder ein paar Zehntausende auf die Straße, um gegen homophobia und für Gleichstellung zu demonstrieren und Vielfalt zu zeigen.
kleid
Der Klassiker: Ab 12 zur Politparade, ab 15 Uhr exessives Tanzen im strömenden Regen am Rindermarkt, ab 21 Uhr Party-Nap und ab 23 Uhr Rathaus-Clubbing.
Am Ende schimpfen wieder alle, wie provinziell der Müncher CSD doch ist. Ich find ihn kuschelig und wesentlich revolutionärer als in den Homo- und Party-Hochburgen Köln und Berlin. So come and join us.
Vor fast genau acht Jahren trat das Lebenspartnerschaftsgesetz in Kraft: Seitdem können sich homosexuelle Paare in deutschen Standesämtern das Jawort geben. Ob dies ein Schritt in Richtung Gleichstellung oder eine Kopie eines überholten Lebensmodells ist, bleibt dahingestellt. Einzig in Bayern wurden Heiratswillige bisher explizit nicht in den kommunalen Standesämtern getraut, sondern mussten zum Notar. Doch nun hellt sich der letzte schwarze Fleck auf der Landkarte auf: In München finden ab dem 1. August 2009 Verpartnerungen im Standesamt statt.
Sprechen Sie mir nach: Sie san jetzat Frau und Frau
Ab dann heißt es: Hiermit erkläre ich Sie zu Lebenspartnern. Hiermit erkläre ich Sie zu Frau und Frau. Oder zu Mann und Mann. Damit die bayrischen Standesbeamten keine Panikattacken bekommen, mussten sie ins Trainingslager. Gemeinsam mit den Münchner Szene-Organisationen SUB und Letra wurden 51 Beamte über die “ Lebensweise einer neuen Klientel” informiert. Was das wohl heißt? Handtaschenweitwurf, Analsex und Katzenpflege? Frauenbewegung, Kurzhaarschnitt und Geschlechterverwirrung? Die modernen Mädchen wissen es nicht, sind aber sehr gespannt, wie man so lebt als Klientel. Als Nebenfächer konnten übrigens Geschichte der Diskriminierung und Etikettekunde belegt werden. Wir freuen uns schon auf erste Live-Tests. Hey, und seid nett zu den Standesbeamten – sie lernen noch!
Langjähriger Verweigerungskurs
Zur Einnerung: Die Länder Bayern und Sachsen haben 2001 vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Lebenspartnerschaftsgesetz geklagt. Auch alle anderen unionsgeführten Länder planten, das von der rot-grünen Koalition beschlossene Gesetz mit dem Argument zu Fall bringen, es verstoße gegen den Schutz von Ehe und Familie. Karlsruhe lehnte die Klagen ab und das erste Paar schritt am 1. August 2001 in Berlin zum Traualtar. Noch früher waren übrigens nur die Holländer. Die ersten beiden schwulen und lesbischen Paare in Europa wurden am 2. April 2001 in Amsterdam vom Bürgermeister getraut.
So schnell kann´s gehen. Kaum haben die modernen Mädchen angefangen, schon ist´s wieder vorbei. Sogar ein Nachruf auf uns wurde bereits verfasst. Wir und Michael Jackson gemeinsam im Neverland.