Archive for the ‘Konsum’ Category

Jetz mal in echt

Posted 08 Apr 2010 — by Pet
Category Konsum, Queere Momente

Was Schweizer Leserinnen schon wissen (dank der fabelhaften Frauenzimmer ): L Word bekommt ein Nachwuchs- The REAL L Word. Sechs  langhaarige lesbische Karrierefrauen zufällig ausgewählt in L.A. -die liegen da wie Blätter auf den Straßen- unterhalten uns ab 20. Juni unter der Obhut von Ilene Chaiken. Ihren echten wahren Alltag dürfen wir dann mitbekommen, vom Zähneputzen übers Businessgeschäfte machen. Ob das was wird? Dorothy Snaker von After Ellen ist skeptisch, aus dem Trailer wird man auch nicht schlau.  Aber wir Lesben sind ja wie die kleinen Negerkinder  so dankbar um jeden Strohhalm den man uns reicht, egal ob der in der Kokosnuss, im Prosecco auf Eis oder woanders steckt. Und so bleib ich “on track” um den schnellsten Zugang zum L Word Material zu haben, denn was gibt es Schöneres, als im Club zu gossippen. Hier erstmal der Trailer

bedeckte körper sind in ordnung

Posted 04 Mrz 2010 — by Pet
Category Konsum

Dov Charney, CEO von American Apparel produziert lokal und nicht in Billigländern und entlohnt seine Mitarbeiter weit über dem in Amerika üblichen Level. Die Models sind keine Profis und bekommen 50 Dollar für das Shooting (SZ 08.08.2006). Seine Philosophie “Profit durch Innovation, nicht durch Ausbeutung” geht auf, American Apparel Stores sprießen auch in Deutschlands  Trendstraßen aus dem Boden. Ich liebe sein lila, seine “legalize gay” Unterhosen und seine Nickipullis. Die Jungsmode ist schön schwul und meiner Körpergröße angemessen.

Und nun also das. Auf der Startseite von americanapparel führt die private “Nathalia”, wie wir erfahren, für 50 Dollar die neue Fischnetz- Strumpfhose vor. Damit der Blick auf die Strumpfhose frei ist, trägt sie sonst nichts weiter, was dann doch erstaunlicher Weise(!!!) ablenkt und ein Gefühl von Homesoftporno vermittelt. TOTAL innovativ und bestimmt ganz ohne Ausbeutung. Ich komme mir wieder wahnsinnig naiv vor, kaufe ab jetzt nur noch bei Kuyichi, summe Peter Lichts Lied

und frage mich ob ich auch irgendwann so verquarzt werde wie dieser Youtube- Star…

Schlagkräftige Schlüpperwerbung

Posted 20 Feb 2010 — by Matze
Category Konsum

Australier sind eben speziell. Das wissen wir seid dem die für Deowerbung eine eigene Fluglinie erfinden oder attraktiven Machojungs der Achselschweiss im dicken Strahl blamiert… und selbst die australische Tourismusswerbung meint “Where the bloody hell are you?” Daher muss es uns nicht wundern, das die über hundert Jahre alte Unterwäschenfima “Bonds” die Puppen tanzen lässt:

HuuuuJaaaaa! Girls: Well done.

Prüde oder Proud?

Posted 04 Jan 2010 — by Pet
Category Konsum

Sexualerotische Verfügbarkeit schon ab 9,45 € und für Nur- Gucker ganz umsonst an aller Orten zur Weihnachtszeit. Triumph legt noch einen drauf: mit Spitzenwäsche und Wolllustlippen Bambi sein für einen guten Zweck. Und die 14-jährigen Mädchen bulemieren sich fröhlich in die Feiertage, begleiten sich zu Casting-Shows und betrinken sich mächtig mit Mixgetränken, damit sie sich später beim Sexen nicht so schämen müssen. Was hat das nochmal mit Weihnachten und Wäschemode zu tun? Fragile Frauenposen werden auf Hochglanz präsentiert zur Wünsch-Dir-Was Zeit, die alle glücklich machen kann: Für LustglotzerInnen am S-Bahnsteig, für Mädchen, Frauen, Weiterschenker spottbillig erhältlich um die Ecke.

Die Freizügigkeit der Werbung steht im eklatanten Widerspruch zum Körpererleben und sexuellem Selbstbewusstsein von vielen Mädchen und jungen Frauen. Die Shell-Jugendstudie von 2006 zeigt, dass nur 35% der Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren der Aussage (ziemlich) zustimmen, dass sie sich in ihrem Körper wohl fühlen. Laut Bravo-Jugendstudie von 2009 haben mit elf Jahren schon 16% der Mädchen eine Diät gemacht. Mit 14 Jahren geben 42% der Mädchen an, eine Diät ausprobiert zu haben.

Doch es stellt sich schon die Frage, wie das denn bitte gehen soll, sich schön, sexy, stark zu fühlen, wenn Medien & Werbung auch 10 Jahre nach der Jahrtausendwende magersuchtgeprägte Klischees reproduzieren. Das Modehaus Oberpollinger beschreibt in seinem Katalog die Frau als zurückhaltende Elfe, zarte, zerbrechliche, scheue Verführende mit gesenktem Blick und zerbrechlichen Ärmchen. Doch die Frauen, die uns beeindrucken schauen anders aus. Die Ruby-Kampagne von Body Shop zeigte uns schon 1999, dass es Zeit ist, “Selbstbewußtsein aufzubauen und sich von Schönheitsidealen zu lösen” (Roddick), Dove erfreute uns 2005 mit ihren entzückenden anderen Frauen und startete schließlich eine Initiative für mehr Selbstwertgefühl.

Vor dem Hintergrund, dass Näherinnen zu Billiglöhnen und unter gesundheitsschädlichsten Bedingungen Strings, Spitzen, Cups und Korsetts produzieren, rate ich nur eins:

Mädels, lasst die Wäsche weg und trägt dicke, große, kleine, flache, spitze, knackige, weiche, massige, feste, zarte, harte und andere tolle Hintern pur. Caus’ it’s all geil, if you like it!

Die Naomi von nebenan

Posted 31 Dez 2009 — by Arielle
Category Konsum, To Good to be True

Brigitte macht Ernst: Im neuen Heft fliegen Naomi, Claudia und Linda raus. Stattdessen führen Ina, Sarah und – äh – Brigitte die neuesten Modetrends vor. Mit der Aktion “Brigitte ohne Models” gelingt der alten Dame der deutschen Frauenzeitschriften hoffentlich mehr als ein PR-Gag.

“Weil Kleidung heute keine Frage von Trends, sondern von Persönlichkeit ist. Weil neue Looks nicht nur auf dem Laufsteg entstehen, sondern auf den Straßen, in der Schule, auf Konzertbühnen, im Kino, im Café um die Ecke. Weil wir Mode und Beauty in Zukunft an Frauen zeigen wollen, die nicht den oft perversen Gesetzen des Modelgeschäfts unterworfen sind, sondern mitten im Leben stehen.” Die Macherinnen machen nicht mehr mit bei Magermode an genormten Models. Klingt erst mal gut.

Modemacher gaben der neuen Linie keine Chance: Zu wenig Haute Couture, die überhaupt in Normalgröße existiert, Bewegungen und Ausdruck seien Resultate von Profimodel-Jobs und nicht von guter Laune am Set. So weit, so vorhersehbar. Aber auch die Leserinnen diskutierten kontrovers: Viele begrüßen den Schritt als mutig und wegweisend für den Abriß klassischer Schönheitsideale. Andere Frauen kritisieren, dass durch Diättipps und Strickmuster dennoch ein konventionelles Frauenbild zementiert würde – nur eben in Größe 38/40 statt in 32/34. Ob das dann unbedingt neue Perspektiven für/auf/von Frauen sind, scheint eher unwahrscheinlich. Ich persönlich hätte nichts gegen das ein oder andere moderne Mädchen von nebenan einzuwenden, wenn es denn so schmuck ist, wie dieses – übrigens Model der Londonder Agentur ugly models.

Auch wenn die Kombi aus saisonal wiederkehrenden Einrichtungstipps, Modestrecken und Betroffenheitsreportagen wenig innovativ ist, setzt “Mode ohne Models” doch immerhin ein Signal im Einheitsbrei der Frauenzeitschriften. Und dass Brigitte plötzlich feministisch und revolutionär wird – nur weil sie nette Damen von nebenan zeigen – war vermutlich nie geplant.

Insofern: gespannt sein, Heft kaufen und selbst gucken! Für alle anderen gibt´s ja zum Glück Missy Mag, Bitch und viele spannende Blogs.

home shit shopping

Posted 15 Dez 2009 — by Arielle
Category Konsum

Das Grauen hat einen Namen: Weihnachtszeit. Und die kleine Schwester des Grauens heißt Home Shopping. Der Vorteil ist, man kann entfliehen. Eine Zeit lang haben sie uns belustigt, die unprofessionellen Moderatorinnen, die geschmacksverirrte Produkte zu astronomischen Preisen und mit Drücker-Marketingmethoden unters (überwiegend weibliche) Volk bringen. Doch eigentlich sind die Geschäftsmodelle, die gezielt auf ältere Frauen mit niedrigem Einkommen zielen, alles andere als lustig.

In Westeuropa gibt es inzwischen mehr als 65 Shoppingkanäle bei 40 Sendern – die shoppingwütigsten sind die EngländerInnen, dicht gefolgt von Deutschen: Die Sender machen in beiden Ländern jeweils um die 1,5 Milliarden Euro Umsatz – Tendenz steigend. Stiftung Warentest warnt, dass die Produkte nicht nur schlechte Qualität haben, sondern in der Regel im regulären Handel billiger zu haben sind. Das Erfolgsgeheimnis liegt – wie bei jeder Werbung – im Versprechen, emotionale Bedürfnisse schnell zu befriedigen.

HSE 24 zählt nach eigenen Angaben 70 % Frauen zu Ihren zuschauenden Kundinnen, davon sind fast die Hälfte über 50. Unter 18 greift der Jugendschutz. Vielleicht sollte man hier ein Altersschutzgesetz geltend machen? Und lassen sich Frauen schneller mit Uschi-Glas-Cremetiegeln ködern, weil sie weniger berufstätig sind und daher tagsüber fernsehen, als Männer? Liegt es an realen oder empfundenen mangelnden Möglichkeiten einer kreativen Lebensgestaltung? Sind Frauen zu wenig mutig für ein Leben draußen? Fehlen Ihnen Aufgaben, sobald die Kinder aus dem Haus sind? Oder ist Olli Kalkofe einfach unwiederstehlich?

New Armor

Posted 25 Nov 2009 — by Pet
Category Konsum

bhSpätestens seit Mafia Wars wissen wir, wie wichtig es ist, wohlgeschützt in den Kampf zu gehen. Protection mit Rüschen ist der neue Hit im Kaufhaus. Was früher weich und schmiegsam war, ist jetzt eierschalenverstärkte Busenbedeckung. Während ich noch überlege, um welchen Kampf es sich hier wohl handelt, überfällt mich schon die Wehmut. Eines Tages werden wir statt weichfesten Umarmungen nur noch klack-klack spüren. Nein, das will ich nicht. Und wie sich erst die Brüste fühlen müssen, die da den ganzen Tag im Körbchen sitzen ohne lebendigen Kontakt zur Außenwelt. Sie werden autistisch werden unsere Brüste, die Armen! Das alles erinnert mich so an die 50er, wo die miedergestärkte Powerhausfrau dank modernster Technik und perfekt sitzender Welle in der Küche noch Chefin war. Aus Wehmut wird Wutmäh.

Barbie_1959

Moderne Mädchen: Avantar

Posted 11 Okt 2009 — by Matze
Category Konsum, Queere Momente, To Good to be True

Wie findet Ihr unseren neuen Avatar? hehehehehe……

Moderne Maedchen

Moderne Maedchen

Ich liebe Autowerbung… also solche!

Posted 25 Jun 2009 — by Matze
Category Konsum

Nachhilfe für die EU-Anti-Rauch-Kampagne

Posted 24 Jun 2009 — by Arielle
Category Konsum

Werbung in Deutschland ist meist wenig überraschend, sexistisch und nicht selten rassistisch. Muttis bekommen zwar  eine freche Trendfrisur verpasst, sorgen sich aber immer noch um Kinder, Gatten und Cellulitis. Während Marketing-Leute in UK oder Australien die VerbraucherInnen ernster nehmen und ein Mikrogramm Intelligenz und Humor voraussetzen, herrscht hier eine lähmende Angst vor Innovation, Kreativität und zeitgemäßen Lebenswelten und -formen. Das schwule und bunte Paar im Ikea-Katalog vor ein paar Jahren blieb eine Rarität.

Eine neue Kampage der Europäischen Union spingt aber sogar zurück in in die 50er: Die aktuell zur Prime-Time ausgestrahlten TV-Spots gegen das Rauchen wenden sich explizit an Jugendliche und sind schlichtweg homophob. Aber seht selbst:

Eins der modernen Mädchen aus Berlin schritt gleich zur Tat und hat sich bei der EU beschwert. Wir sind gespannt auf eine Antwort und sicher wird sie schneller kommen, wenn wir auch alle mal ne Mail hinschicken…!?

Agentur: HBI Helga Bailey
Pressekontakt Deutschland: alexandra_janetzko@hbi.de, Tel.: +49 89 99 38 87 32

Europäische Kommission für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit
Zuständiger Kommissar:Vladimír Špidla. E-Mail: V.Spidla@ec.europa.eu

Nanna meint:

was empört mich eigentlich an dieser kampagne, die mädchen-küsst-mädchen als falschen ansatz fürs nicht rauchen präsentiert, “So nicht, Julia!”? zum einen finde ich ist das ganz klar legalistisch, very bürgerlich. der ausführenden agentur gehört vor den karren gefahren: immerhin gibt es in der EU antidiskriminierungsrichtlinien. das ist ein EU-finanzierter spot. das geht einfach mal gar nicht! dass die bundesrepublik sich bislang weigert, diese anzuerkennen ist nicht weiter erstaunlich. aber egal: die clips sind auch in den anderen sprachen dieselben. im deutschen kontext bin ich ja gewohnt, dass werbung gerne sexistisch, besonders auch rassistisch ist. ein geschlechterkonservatives land mit massiven habitusproblemen, einer nichterzählten einwanderungsgeschichte, und einem fehlenden gesellschaftlichen vokabular um die tatsächlich existierenden differenzen & diskriminierungen: rassismus, das ist USA, geschlechterungleichheit, dafür steht der Islam usw.

zum spot: der männliche (und ältere) voice over sprecher (“So nicht, Julia!”) macht deutlich, wie sich hier eine (alt)männerphantasie den weg bahnt: allein schon die inszenierung des ‘fremdküssens’ ist bescheuert. und dann – gute güte, alte säcke sollten einfach keine spots machen, die sich an jugendliche richten. das kann nur scheitern (wie die anti graffiti logos in den berliner sbahnen “voll uncool”, himmel hilf – wer denkt, jenseits der 25, jungendslang zu sprechen, hat längst das sprachliche reihenhaus in der vorstadt bezogen!)

was da inszeniert wird, ist banal, langweilig und  dumm – und umso mehr inakzeptabel.

Also, Mädels, ran an die Tastaturen und die Kampagne weggebloggt/gefacebookt/getwittert/usw.