Sturm der Gefühle

Posted 18 Mai 2012 — by Pet
Category Sportlich

Nein, es geht heut nicht um die fabelhafte Uschi Blum und ihren Sturm der Gefühle.

Es geht – wer würde um die Zeit schon drauf kommen- um Fussball. Und da so einiges von Zeitungen geschrieben wird, komm auch ich nicht drum rum.
So muss von der Süddeutschen die Frauendiskriminierung aus der Schublade gezogen werden, um den peinlichen Kommentar von Müller- Hohenstein, die den Begriff “innerer Reichsparteitag” als Ausdruck des Gefühl höchster Freude eines polnisch-deutschen Fussballspielers beschreibt, runterzuspielen und dem auch noch was hinzuzufügen haben.
http://www.sueddeutsche.de/sport/zdf-wm-und-mueller-hohenstein-der-innere-reichsparteitag-der-netzgemeinde-1.958922-2
Alles was recht ist, aber für sowas geben wir uns nicht her. Moderne Mädchen mal wieder humorlos.

Klar wird diskriminiert, gerne auch im Fussball. Wissen wir, ärgern wir uns oft oft oft. Darüber zu berichten würde einigen Zeitungen stehen. Aber der Faux-Pas von Frau Müller- Hohenstein war deutlich im Abseits und sollte nicht verschwubbelt werden mit irgendwelchen Genderthemen nach dem Motto “Frauen haben es so schwer”. Da macht die Taz das schon Titanic-esker, indem sie sich ordentlich drüber lustig macht und freut.

VERFLUCHT FALSCHE BESCHEIDENHEIT

Posted 10 Jul 2010 — by Matze
Category Gesellschaft, Politik

Wir haben uns in der Vergangenheit über einige Sachen wohltemperiert aufgeregt. Ich für meinen Teil hatte das genaue Gegenteil eines persönlichen Reichsparteitages als ich folgende Schlagzeilen erst verdattert und dann erbost zur Kenntnis nahm:

“Frauen bescheiden sich beim Einkommen” Spiegel 6-7-2010
“Weiblich, bescheiden, übervorteilt” Spiegel 6-7-2010
“Frauen geben sich mit weniger zufrieden” Fokus 6-7-2010
“Gleicher Job, andere Bezahlung: Frauen wollen weniger” AZ 6-7-2010
“Ungleiche Bezahlung von Frauen: Sie sind doch nicht blöd” Süddeutsche 6-7-2010
“Studien zu Frauengehältern: Froh zu sein bedarf es wenig” Süddeutsche 6-7-2010
usw.

Die Originalquelle (DWI Berlin) drückt sich vorsichtiger aus: “Die Einkommensansprüche der Frauen sind – auch innerhalb der einzelnen Berufsstatusgruppen – deutlich geringer als die der Männer.”

Status:

Es ist 2010 in Zentraleuropa und der kollektive Minderwertigkeitskomplex (gerne mal versteckt unter dem Label “Gute Erziehung”) der Weiblichkeit ist weiterhin so fest verankert, das Frauen jeglicher sozidemografischen Coleur weiterhin und vollkommen selbstverständlich und ernsthaft annehmen sie wären ein VIERTEL weniger Wert als Männer.

Nicht nur sie selbst in Ihren eigenen Einkommenserwartung, sonder auch wenn sie anderen Frauen einen Wert zusprechen sollen.

EIN VIERTEL.

Bei gleicher Qualifikation und Arbeitsleistung billigen wir uns also nur 75% Entlohnung. Wir halten das für GERECHT.

Gerecht in einer Welt voller Türzuhalter, Seilschaftsmitglieder, Kaminzimmerverabreder, Herrenwitzaustauscher, Mobbing-/Mafialiebhaber und Arbeitsvermeider – oh, Entschuldigung – Arbeits(Freizeit-?)optimierer.

Gerecht in einer Welt voller “sozialkompetenter” HR-Menschen, zumeist Damen, die ihre Mitfrauen in angenehmen wattigen Wohlfühlgesprächen um 25% ihres Ertrags bringen, anstatt deren gerechte Ansprüche durchzusetzten.

Gerecht in einer Welt in der es in ganz Deutschland keine 3 nennenswerte Topmanagerinnen gibt und selbst in der Politik sich Damen nur durch schmerzfreie Sturheit gepaart mit exorbitanten Selbstdarstellungsdrang (Neudeutsch “Rampensau”) nach vorne Kämpfen konnten (i.e. Merkel, von der Leinen, Kühnast). Man braucht schon SEHR bunte Jäckchen & Haare um aus der erdrückenden Übermacht der graubefrackten Männleins herauszuragen.

Gerecht vor Dir selbst? Verdienst Du soviel wie dein Kollege? Warum verdienst Du nicht MEHR als dein Kollege? Mit großer Wahrscheinlichkeit arbeitest Du mehr, gehst mit deinen Aufgaben und den Dir anvertrauten Etats und Mitarbeiter verantwortlicher um und hast in der Regel eine besser Ausbildung und längere Berufserfahrung!

GEH HIN UND VERLANGE MEHR GELD! Weil Du damit nicht nur Respekt und Anerkennung für Dich, sonder für alle Frauen bekommst und Deinen Mitfrauen den Rücken stärkst.

Und dann schlag nochmal 10% drauf! Weil Du Dir ausserdem ein bisschen Spaß gönnen sollst – einfach so. Ohne Leiden, ohne Minderwertigkeit, ohne Sorgen. Weil Du das wert bist und das verdient hast.

Das Ziel 2011 heißt BITTE ein selbstbewusstes:

REAL L-Word out now

Posted 10 Jul 2010 — by Matze
Category Anderswo, Queere Momente, To Good to be True

Eins is’ mal sicher: In LA sind die Dykes schöner, schlanker, besser gestylt und haben jede Menge Tattoos – ich muss dann auch gleich mal los und in den Bereichen nachlegen…

Trotz Bedenken muss ich sagen: The REAL L-World ist angenehm und unterhaltsam anzusehen. Auch wenn man in LA selbst kaum so ruck zuck in diese Kreise kommt – das Lebensgefühl und die Charaktere sind glaubwürdig (auch wenn alle Beteiligten offensichtlich Profis des “Reality”-TV’s sind) und die niggeliggen Alltagsgeschichten haben einen hohen Wiedererkennungswert! Ich sage nur “immer wieder Sonntags Digelingeling”…

Es gibt sogar eine “Shane” – was braucht Frau mehr!

U20 Frauen WM Fußball

Posted 05 Jul 2010 — by Mars
Category Sportlich

Was habe diese Orte gemeinsam? Augsburg, Dresden, Bochum und Bielefeld? Jaja – Zweitereihe-Städte mit extrem langweiligen Konzernzentralen… und sonst? Genau: Sie sind die Austragungsorte der U 20-Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland vom 13. Juli bis 1. August! Es gibt also, nachdem unsere Jungs Weltmeister geworden sind (mindestens in unseren Herzen!), keine Versorgungslücke! Wer nicht im Urlaub ist, fährt in die Provinz und und sucht sich ein Augensternchen unter unseren U20-Topmodells: “GO MÄDLS GO!!!”

Alles über die u20 WM der Frauen  findet ihr HIER.

Sex in Abu Gucci

Posted 07 Jun 2010 — by Arielle
Category Popkultur, Queere Momente

Carrie, Samantha, Charlotte und Miranda – die vier Mädels aus Sex in the City haben mich über Jahre hinweg erheitert – und es sogar geschafft, die einem Gipsarm zu verdankende Langeweile per Sammel-DVD-Box zu versüßen. Nun also der Film, Teil 2. Wieder dabei: Popcorn, Bier und die beste Freundin.

Die vier Mädels aus New York sind im Alltag gelandet und hadern: mit Ehe-, Libido-, Kinder- und Jobfrust. Jede auf ihre eigene Art. Ein Trip nach Abu Dhabi ins 5-Sterne-Hotel in Abu Dhabi soll Abwechslung in die Niederungen des Lebens bringen.

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Um eins klar zu stellen: Natürlichzeigt SitC Upperclassmädchen mit Upperclassproblemchen, hypt sündhaft teure Statussymbole und produziert klassische Rollenbilder. Trotzdem war SitC immer auch feministisch, explizit, selbstironisch, klug und unglaublich witzig. Beim neuen Film scheint den Machern der Plot ausgegangen zu sein, der weit hinter die rasanten Storys aus der Serie zurückfällt. Richtig ärgerlich ist aber die vergebene Chance, endlich einmal einen ironischen und klugen Kommentar zum angespannten Verhältnis der US-amerikanischen Kultur zu einem – wie auch immer ausgeprägten – Land mit islamischer Kultur zu geben. Die gezeigten Konflikte handeln vom unterschiedlichen Umgang mit Intimität – meist leider so plump, dass man sich in Eis am Stiel III wähnt. Samantha, die unerschrockene Nymphomanin und Kämpferin für eine freie Sexualität verhält sich wie ein wütender Teenager, als ihr auf dem Markt Kondome aus der Gucci-Tasche plumpsen und sie von männlichen Ordnungshütern gestellt wird. Von der selbstbewußten Frau der Serie

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ist nicht viel übrig geblieben als ein respektloses Hormonmonster. Für ein paar Lacher und gute Momente ist der Film aber trotzdem gut. Der schwule Butler Abdul – wie Paula Abdul – der bald nur als Paula kursiert, die kitschige Hochzeit von Stanford und seinem Freund und die absurden Kostümwechsel halten die Versprechen der Serie. Ach, Mädels, es hätte eine kluge Komödie nach all dem islamophobischen Aktionismus seit 9/11 werden können. Rausgekommen ist ein Kostümfilm auf Pennälerniveau. Too bad!

Eilaktion: Abschiebung von Kiana Firouz verhindern!

Posted 19 Mai 2010 — by Pet
Category Heldinnen, Politik

Kiana Firouz, 27 years old, is an outspoken Iranian LGBT rights activist, filmmaker, and actress. When clips of her video documentary work featuring the struggle and persecution of gays and lesbians in her country were acquired by Iranian intelligence, agents began to follow Firouz around Tehran, harassing and intimidating her. She fled for England where she could safely continue her work and studies.

She plays a starring role in Cul de Sac, a documentary film produced in the UK about the condition of lesbians in Iran, and based heavily on Firouz’s own life story. Directed by Ramin Goudarzi-Nejad and Mahshad Torkan, the movie willpremiere in London in a few days. Since the trailer was posted on YouTube in December 2009, Cul de Sachas attracted global media attention, with thousands of views. Apparently, some of those views included members of Ahmadinejad’s puppet media in Iran. They know who Firouz is and what she stands for. They want her to come back to the country she was born in to answer for it.

Firouz, understandably, has requested asylum from the British government. Much to everyone’s shock and dismay, the British Home Office has rejected her application for refugee status. Yes, they know she’s gay. Yes, they know she could be deported back to Iran at any time, and that if this happens, Firouz will most likely be sentenced to torture and death after being found guilty of the “unspeakable sin of homosexuality” because she has participated in explicit lesbian sex scenes in the movie, and been a fierce proponent for human rights in her country.

In Iran, the punishment for lesbianism involving mature consenting women consists of 100 lashes. This punishment can be applied up to three times. After a fourth violation of Iranian law, a woman convicted of “unrepentant homosexuality” is finally executed by hanging, often publicly, in front of a howling mob.

UNTERSCHREIBEN UND WEITERSAGEN!
http://www.petitiononline.com/kianaf/petition.html

küsse & luftballons gegen homophobie

Posted 17 Mai 2010 — by Arielle
Category Politik

Erst zehn Jahre ist es her: Laut WHO galt Liebe und Sexualität zwischen Mann&Mann und Frau&Frau als Krankheit. Am 17. Mai 1990 wurde Homosexualität endlich von der der Liste psychischer Krankheiten gestrichen. Seit 2005 ist der 17. Mai zum Internationalen Tag gegen Homophobie ausgerufen. Das umtriebige IDAHO-Kommitee hat die weltweiten Aktionen und Forderungen zusammengetragen.

Klar: Die politischen und persönlichen Freiheiten in Europa haben sich verbessert – Streichung von §175, „Homo-Ehe“ und Anpassung des Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) – von echter Gleichstellung sind wir aber noch meilenweit entfernt. Weltweit ist Homosexualität in rund 65 Ländern eine Straftat. Und in Iran, Nigeria, Sudan, Jemen, Mauretanien, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten werden Schwule und Lesben sogar verfolgt und hingerichtet. Diese Menschenrechtsverletzungen müssen abgeschafft werden.

Also, moderne Mädchen & Jungs, der erste Schritt für heute: küssen, demonstrieren, sichtbar werden und für Gleichberechtigung einsetzen – los geht´s!

L-Beach #1 von innen

Posted 26 Apr 2010 — by Terri
Category Anderswo, Feiern, Musik, Queere Momente, Sportlich

Mittwoch Mittag in Hamburg St. Georg. Ich treffe Claudia, die Veranstalterin, und Sabrina, Verantwortliche für die Filmdrehs. Wir müssen den Transporter mit dem Büro befüllen – Drucker, Stifte und kistenweise Krimskrams werden gutmütig vom Sprinter verschluckt.

Schnell noch Künstlerverpflegung mit Claudia besorgen. Dance yourself to Death haben frischen Ingwer geordert. MEN haben etwas auf dem Zettel stehen, was weder Gastro-Profi Claudia noch ich als freudige Konsumentin verstehe, irgendeine seltene Sorte Alkohol wahrscheinlich. Nein, Drogen waren es nicht.

Schokoriegel, Powerriegel, das gibt’s alles hier nicht bei Budni. Stattdessen wandern Reiswaffeln und Bio-Leckereien in den Einkaufswagen. Ist noch viel teurer als der angeforderte Süßkram – aber vielleicht etwas zu gesund für die Amis und Canadians unter den Künstlern, wer weiß…

Claudia überfällt noch schnell ihre Bank, um Wechselgeld zu besorgen und dann geht es voll beladen Richtung Ostsee, mit einem kleinen Abstecher bei einer Schreinerei – die Verkleidungen für die DJ-Pulte müssen abgeholt werden. Nun platzt der Sprinter fast endgültig und wir tingeln endlich dem Ziel entgegen.

Mittwoch und Donnerstag sind gefüllt mit Büro aufbauen, Merchandising Shop an den Start bringen, 4000 Welcome Bags mit L-Mag, Flip-Flops, Aufklebern, Shooter und Postkarten befüllen, einen Schock erleiden, weil Eyjafjallajökull in Island auf seine Existenz hinweisen will und mit seiner Aschewolke einen Flughafen nach dem anderen außer Gefecht setzt. Panisches Herumtelefonieren und Umdisponiererei. Am meisten gefährdet ist der Auftritt unseres Main-Acts: Uh huh her. Sie können schließlich nur noch in Paris landen, das Orga-Team zaubert irgendwie noch einen Mietwagen herbei (im Laufe des Tages gibt es nirgendwo mehr welche), und der Drummer Josh fährt zwölf Stunden hoch bis zum Weissenhäuser Strand.

Die Sängerin Horse erwischt es eiskalt, Flughafen England ist bereits geschlossen und sie muss ihren Auftritt absagen. Ebenso die Djs Helle und Katja Gustafsson aus Skandinavien. Die Telefone laufen heiß, Djs müssen einspringen, es ist ein unglaubliches Termingewusel. Immer, wenn du denkst, es ist vollbracht, kommt etwas anderes mit Macht! Abends schmeißt Claudia eine kleine Teamparty, wir sind alle enthusiastisch und freuen uns auf den nächsten Tag!

Freitag: gegen Mittag wächst vor der Rezeption eine Schlange – alle wollen zu L-Beach! DJ Hildegard spielt in der Vorhalle auf, um die Wartezeit zu verkürzen. Immer voller wird die Anlage, bis man irgendwann fast nur noch Frauen sieht, lediglich vereinzelt stolpern regionale Feriengäste aus dem Badeparadies oder der Minigolf-Anlage.

Kick-Off um 18 Uhr mit Jenny Shimizu und Lucy Diakovska. Das Zelt ist etwa zur Hälfte gefüllt, viele genießen noch den sonnigen Abend am Strand oder erholen sich im Appartment. Ella Bandita legen als erste Band los und heizen den Mädels gut ein. Ich widme mich wieder meinen Aufgaben und renne zwischen meinen Floors herum.

Heute geben sich unter anderem Steffi List, Dance yourself to Death, BETTY und Fagget Fairys die Ehre. Letztere rocken das Haus bis zum Anschlag, die anderen Auftritte habe ich leider aus Zeitmangel nicht gesehen.

Der nächste Tag beginnt gleich wieder actiongeladen, die ersten Djs gehen am Mittag bereits an den Start, im Rondell laufen seit dem frühen Morgen Filme.

Im Circus (dem Zelt) und in der Hall stehen Soundchecks auf dem Programm. Anatomie Bouscoulaires Schlagzeugerin, hat durch die zwölfstündige Autofahrt einen komplett verspannten Nacken und kann kaum spielen. Dank der schnellen Hilfe von Conny, die eigentlich nur als Gast auf dem Gelände ist, und von Berufs wegen Menschen entknotet, ist sie dann doch fit für den Auftritt. Künstlerbetreuerin Sonja fällt ein Stein vom Herzen!

DJ Hildegard

Frau Hoppe schwingt sich herein zum Soundcheck. Sie hat bereits gestern bei mir in der Lounge aufgelegt und berichtet, dass ihr irgendwann danach ein Bier in die Tasche gefallen ist. Ihre Tagesbeschäftigung bestand daraufhin aus CDs waschen und (einzeln!!) trocknen.

Die Arme! Aber da sie auch Platten dabei hat, bringt sie das überhaupt nicht aus dem Konzept.

Heute ist der Tag in der Anlage übrigens exklusiv den L-Beach Gästen vorbehalten, das heißt, auf dem gesamten Gelände gibt es keine anderen Gäste, vom Dschungelland übers Minigolf bis zum Badeparadies, in jedem Restaurant und allen Event Locations nur Frauen! Viertausend an der Zahl…

Als ich mit 18 Jahren bei den Lesbisch-Schwulen Filmtagen war, tauchte ich für den Abend in eine andere Welt ein. Nur handelte es sich da um einen Kinosaal gefüllt mit Frauen. Keiner hätte sich in den 90ern vorstellen können, dass irgendwann ein komplettes Ferienresort restlos durch Frauen ausverkauft ist!

Auf dem Konzertplan für heute stehen unter anderem Elli, MEN und Uh huh her. Es ist unglaublich voll überall, ich schlängele mich durch die Massen und sehe schon den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Bei viertausend Lesben schaut man dann doch nicht mehr jede einzeln an, es wäre Overdosis!

Der Zeitpunkt naht: Uh huh her treten gleich auf. Das Zelt hat ein Fassungsvermögen von 4000 Leuten und ist voll bis zum Eingang. Es ist ein erhebender Moment und ein tolles Gefühl. Das Orga-Team wartet aufgeregt im Backstage-Bereich. Es geht los. Uh huh her werden von Stage-Managerin Julia auf die Bühne geschickt. Auch wenn nicht alle mitmachen, das Kreischen der Menge erreicht sicherlich Düsenjetlautstärke, Jubel und Klatschen empfängt die amerikanische Band um L-Word Darstellerin Leisha Hailey.

Dieser Auftritt ist der Höhepunkt des Festivals, und wir sind froh, dass alles geklappt hat. Claudia wird zu ihrem Erfolg beglückwünscht, in den Arm genommen und geherzt, sie strahlt!

Jenny Shimizu

Der Sonntag steht ganz im Zeichen der Entspannung. Ein Tag noch, der klappen muss, aber das meiste haben wir bereits gestemmt. Etliche Gäste pilgern zum Strand, denn immer noch beehrt uns Miss Sunshine. In der Hall findet eine Diskussion statt zu dem Thema Diskriminierung von Frauen im Profisport. Der Saal wurde zu diesem Zweck bestuhlt, es gibt eine moderierte Talkrunde. Ich muss kurz rein, um Claudia zu finden und staune: der Saal ist voll! Weiter geht’s, wieder zur Lounge. Auf der direkt nebenan gelegenen Terasse entspannen einige Gäste, ein Grüppchen junger Mädels hält ab und zu ein Schild hoch „Denmark Sweden – going North“, offensichtliche Vulkanopfer oder einfach nur Sparfreudige, die eine Mitfahrgelegenheit suchen. Ihre Laune wird dadurch offensichtlich nicht vermiest, sie feiern einfach weiter, als wäre es noch Samstag Nacht.

Auf der Tanzfläche steppt der Bär, mich wundert es bei dieser Uhrzeit! Erst nach einiger Zeit beruhigen sich die Frauen und suchen erneut die Sonne auf. Langsam kommen sie runter, von Feierlaune in Chillmodus. Die Lounge ist der letzte Floor, auf dem noch etwas stattfindet. Kurz nach 18 Uhr schließe ich die Türen zur Terasse.

Die meisten Gäste reisen ab, aber einige haben verlängert und bleiben noch. Die Anlage leert sich zusehends, es wird ruhiger. Am Abend gesellen wir uns zu den Bands im Hotelrestaurant und gehen anschließend mit ihnen in die Spielhalle. Erst wird gebowlt, dann alles kreuz und quer gespielt. Kicker, Flipper, Basketballkörbe werfen, alles was der Raum hergibt. Mit von der Partie sind MEN, Jenny Shimizu, Anatomie Bouscoulaire und BETTY. Die Halle ist leer bis auf zwei kleine Gruppen von Frauen, die auch gleich ganz neugierig rüberschauen.

Lucy und Veranstalterin Claudia

Wir vom Team kommen nun auch langsam runter. Die ersten lustigen Anekdoten machen die Runde. Auch dieser Tag geht dann immerhin noch bis ein Uhr nachts. Ich habe mittlerweile Dauer-Fußschmerzen und bin völlig übermüdet, wie jede hier.

Der anschließende Tag steht ganz im Zeichen des Abbaus, und am Abend verlasse ich die Anlage. Tschüss, Weissenhäuser Strand – bis 2011!

Bavarian Burlesque at it’s Best

Posted 22 Apr 2010 — by Pet
Category Heldinnen, Popkultur

Während wir noch auf Exklusivberichte von DEM L-Beach warten, möchte ich euch AUF JEDEN FALL noch die FILLY FOLLIES vorstellen, einen  Burlesque- Truppe  die nicht nur beim Queerbeatfestival für Aufsehen gesorgt haben. Burlesque, in Nordamerika längst in der queeren Szene angekommen, führt in Deutschland noch ein Stiefmütterchendasein. Und das ist bei diesen Damen GAR NICHT angebracht! Doch lest selbst und geht dann gucken:

Ihr, die Filly Follies seid eine New-Burlesque- Truppe aus München. Was versteht Ihr darunter?
Diva Desaster: Burlesque ist sehr schwer zu definieren, da es soo viele Facetten hat. Auf der einen Seite bestehen die Performances aus kleinen Geschichten, die humorvoll und satierisch dargestellt werden in dem man sich entblöst. Auf der anderen Seite kann Burlesque etwas sehr klassisches und glamouröses sein.
Für beides gilt aber, dass die eigene Sexualität und Striptesase zelebriert wird, in einer Art die nichts mit den üblichen Klischee von Striptease zu tun hat.

Wie kamt Ihr auf die Idee, Burlesque zu machen? Gibt es Vorbilder die Ihr habt?
Aphrodite Divine: Vor einigen Jahres habe ich im Fernsehen in eine Reportage über New Burlesque hineingezappt. Da sah ich eine rothaarige, wunderschöne, überaus kurvige Frau, die nur mit einem grünen Glitzerstring bekleidet ein Rad schlug auf der Bühne…das hat mich echt beeindruckt, so schön und unverfroren wollte ich auch sein!

Es geht bei Burlesque viel um Bekleiden, respektive Entkleiden. Wo bekommt Ihr Eure Kleider her?
ChiChi Bouvet: Unsere Kostüme machen wir selbst. Das macht sehr viel Spaß und gehört irgendwie auch mit zur Leidenschaft für Burlesque dazu.

Seht Ihr bei Eurer Show einen feministischen oder queeren Bezug?
Aphrodite Divine: Queer im Sinne von grenzüberschreitend, bzw. anders sind wir sicherlich. Unser selbstbewusstes Auftreten als Performerinnen jenseits des gängigen “Silikon-Fitness-Studio-Diät”-Wahns ist schon fast ein feministisches Manifest an sich, finde ich. Bei uns zählt bei aller Ästhetik die Ausstrahlung mehr als ein flacher Bauch oder stramme Schenkel. Das erklärt vielleicht auch warum unser Publikum, anders als beim klassischen Striptease, zu einem großen Teil weiblich und/oder queer ist.

Warum sollten wir Euch unbedingt anschauen?
Diva Desaster: Weil Burlesque sehr unterhaltsam ist!

Mehr Infos über die Filly Follies findet ihr HIER,  live zu sehen sind sie am 12.06. im Theater Drehleier (München). Es ist eine Wiederholung des Glamouresque-Programms mit den Filly Follies und tollen Gästen aus München (Stormy Heather)und Stuttgart (Diamonds in Disguise).
Einlass ist um 18: 30, Beginn um 20:30, Karten zu 13€ sind in Kürze bei den Filly Follies oder beim Theater erhältlich.

Here we go again – Internationales Frauenfilmfestival

Posted 13 Apr 2010 — by pippa
Category Popkultur, Queere Momente

In Nordrhein-Westfalen ist alles schrecklich eng. Es ist das Bundesland mit den meisten EinwohnerInnen und kann sich außerdem damit brüsten, über das dichteste Autobahnnetz Europas zu verfügen. Gerade diese bisweilen schwer erträgliche Enge macht es möglich, dass die beiden NRW-Metropolen Köln und Dortmund frauenfilmtechnisch ENG zusammengerückt sind. Die beiden Frauenfilmfestivals feminale (Köln) und femme totale (Dortmund), beide in den 80ern gegründet, sind seit ein paar Jahren eins – das IFFF Internationale Frauenfilmfestival Dortmund Köln. Ab sofort, 14. April, bis zum Sonntag, 18. April, in Köln, im nächsten Jahr wieder in Dortmund.

Ich erinnere mich noch gut, wie ich in den 90ern regelmäßig zur feminale gegangen bin – eher, weil ich dabei sein wollte, und weniger, weil ich die experimentalen Kurzfilme verstanden hätte. Aber gut, immerhin waren sie lesbisch. Diesmal lasse ich den Kurzfilm-Block aus und kapriziere mich auf eine Lesben-Ehe (Edie & Thea), ein Porträt der Lyrikerin Friederike Mayröcker und – ein absolutes MUSS für mich als Romy Schneider-Fan -: Henri – Georges Clouzot’s Inferno. Aus dem Pressetext: “INFERNO ist die Dokumentation eines psychedelisch-experimentellen Filmtrips, der viel wagte und radikal scheiterte.” Also wieder was, das ich vielleicht nicht verstehe – aber immerhin mit Romy.